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Preiswerte Tabletten - schlechte Tabletten?


In der Praxis kommt es häufig zu Diskussionen, wenn Medikamente umgestellt werden, und zwar insbesondere dann, wenn von einem teuren „Originalpräparat“ auf ein preiswerteres so genanntes „Generikum“ umgestellt wird. Viele Patienten vermuten dann, sie würden nur aus Kostengründen ein minderwertiges Medikament bekommen.

Ein Generikum (Mehrzahl: Generika) ist ein Medikament, das den gleichen Wirkstoff enthält, wie ein bereits auf dem Markt befindliches Originalpräparat, in der Regel jedoch erheblich preiswerter ist. Generika kommen in der Regel dann auf den Markt, wenn der Patentschutz für das Originalpräparat abgelaufen ist. Mit Ablauf des Patentschutzes darf ein Medikament nicht mehr nur vom Originalhersteller, sondern auch von anderen Pharmafirmen hergestellt werden. Die Generika werden dann meistens nach dem Wirkstoff des Medikamentes benannt, während das Originalpräparat in der Regel einen klangvollen „Phantasienamen“ hat. Beispielsweise wurde aus dem Originalpräparat Aspirin® das Präparat „ASS xyz“, wobei „xyz“ der Name des Herstellers ist. In gleicher Weise wurde aus Zocor® das Präparat „Simvastatin xyz“, und aktuell wird aus Diovan® das Präparat „Valsartan xyz“. Der Vorteil der Generika besteht in einer erheblichen Preisreduktion; Generika kosten oft nur etwa ein Drittel des Preises für das Originalpräparat.

Hersteller von Generika müssen beweisen, dass ihr Präparat dem Original gleichwertig ist; ansonsten würde ein Generikum nicht für den Arzneimittelmarkt zugelassen. Als Patient kann man sich also darauf verlassen, dass das „billigere“ Präparat die gleiche Wirksamkeit hat, wie das Originalpräparat!

Angesichts ständig steigender Kosten im Gesundheitswesen ist es absolut notwendig, dort zu sparen, wo es möglich ist, um im Gegenzug mehr Geld für wirkliche Neuerungen zur Verfügung zu haben. So kommen jedes Jahr einige neue Medikamente auf den Markt, die häufig (allerdings nicht immer!) wirklich besser sind, als die bisherigen. Um diese neuen Medikamente bezahlen zu können, muss an anderer Stelle gespart werden, und der Umstieg auf Generika ist eine sinnvolle Methode, Geld einzusparen, ohne die Qualität der Behandlung zu verschlechtern.

Wir Ärzte sind schon per Gesetz zu einer wirtschaftlichen Verordnungsweise verpflichtet. Dazu kommt noch, dass wir persönlich haftbar gemacht werden (Stichwort „Regress“), wenn wir zu viele und zu teure Arzneimittel verordnen. Allein schon deswegen sind wir gezwungen, Generika zu verordnen, wann immer das möglich ist.

Auch ich stelle, wann immer es geht, von Originalpräparaten auf Generika um, wenn ich sicher bin, dass deren Qualität gut ist. Diesen Grundsatz habe ich bereits seit Eröffnung meiner Praxis im Jahre 2002 verfolgt. Dadurch war ich und bin auch weiterhin in der Lage, in bestimmten Fällen auch hochpreisige neue Medikamente verschreiben zu können, ohne in Regressgefahr zu kommen.

Zusammenfassend kann man sagen:

1. Die Umstellung von Originalpräparaten auf Generika ist so gut wie immer möglich, ohne dass die Therapie verschlechtert wird!

2. Die Umstellung von Originalpräparaten auf Generika ist absolut notwendig, um Geld einzusparen, das dann für wirklich neue und bessere Medikamente eingesetzt werden kann!


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Letzte Änderung am Samstag, 6. März 2021 um 10:34:27 Uhr.